Island günstig entdecken – unsere Spartipps für unterwegs
Island beeindruckt mit spektakulärer Natur, gilt aber oft als teures Reiseziel. Daher möchten wir Ihnen nachfolgend ein paar Tipps an die Hand geben, wie Sie Ihr Budget während der Reise etwas schonen können.
Verpflegung – clever sparen & trotzdem genießen:
Supermärkte statt Restaurant
Die Supermarktketten Bónus, Krónan und Nettó bieten landesweit eine große Auswahl zu fairen Preisen. Ideal für ein preiswertes Mittagspicknick inmitten der Natur.
Tipp für Familien: Bei Krónan wartet häufig kostenloses Obst für Kinder am Eingang – eine kleine Aufmerksamkeit für entspanntere Einkäufe.
Mittagstisch & Food Halls
Viele Restaurants bieten unter der Woche günstige Lunch-Menüs, oft inklusive Kaffee.
Food Halls wie Hlemmur Mathöll in Reykjavík oder The Old Dairy in Selfoss vereinen mehrere kleine Anbieter unter einem Dach und bieten eine vielfältige Auswahl an Gerichten, häufig preislich moderater als klassische Restaurants.
Schnelle Optionen unterwegs
Für eine unkomplizierte und preiswerte Verpflegung unterwegs sind Tankstellen (z. B. N1) eine gute Wahl. Viele verfügen über kleine Shops oder Bistros, in denen warme Speisen wie Burger, Sandwiches, einfache Tagesgerichte sowie der isländische Klassiker – Hot Dogs – angeboten werden.
Typisch für eine Mahlzeit zwischendurch sind in Island zudem Suppen: Ob mit Lamm, Fisch oder als vegetarische Variante – sie sind sättigend, wärmend und oft inklusive Brot.
Unser Tipp: The Soup Company in Vík
Leitungswasser nutzen
Das isländische Leitungswasser hat hervorragende Qualität. Einfach die eigene Trinkflasche auffüllen – kostenlos und nachhaltig. Auch in Restaurants wird Leitungswasser kostenfrei serviert.
Selbst kochen lohnt sich
Wer im Wohnmobil reist oder in Unterkünften mit Kochmöglichkeit übernachtet, kann abends warm kochen und sich Proviant für unterwegs vorbereiten.
Entdecken Sie unsere Island-Reisen, die sich ideal zur Selbstverpflegung eignen:
Erlebnis Island mit Cottages:15-tägige Rundreise entlang der Ringstraße mit Übernachtungen in ausgewählten Cottages und Apartments mit Kochmöglichkeit.
Ferienhausreisen, z.B. für 9 Tage oder 15 Tage: Mehrere Nächte an einem Ort – ideal für alle, die entspannt reisen und wenige Regionen intensiver entdecken möchten.
Wohnmobil- und Camper: Maximale Freiheit unterwegs - Sie haben nicht nur eine Kochmöglichkeit an Bord, sondern können Ihre Route auch spontan anpassen, etwa je nach Wetter oder persönlichem Reisetempo.
Tanken – Preise vergleichen lohnt sich
Tanken gehört zu den größeren Ausgaben auf Island. Die Tankstellen Orkan und ÓB sind oft günstiger als andere Anbieter.
Mit der Webseite http://www.gsmbensin.is können Sie die aktuellen Preise je nach Anbieter und Region vergleichen.
Baden wie die Einheimischen
Bekannte Spas wie die Blaue Lagune oder die Sky Lagoon zählen zu den kostspieligeren Wellnesserlebnissen Islands. Deutlich günstiger und oft authentischer baden Sie in den zahlreichen regionalen Schwimmbädern.
Unsere Tipps: Hofsós Sundlaug und Sundlaug Akureyri in Nordisland sowie Sundlaug Laugarskarð, Sundlaug Hella und Sundlaug Höfn in Südisland.
Souvenirs clever kaufen
An touristischen Hotspots sind Souvenirs oft teurer. Günstigere und oft authentischere Alternativen finden Sie in Supermärkten, lokalen Designläden oder auch in Second-Hand-Shops.
Unser Reykjavík-Tipp: Islands größter und ältester Flohmarkt Kolaportið am Alten Hafen (am Wochenende geöffnet).
Sumardagurinn fyrsti
Der Sumardagurinn fyrsti ist einer der ungewöhnlichsten Feiertage Europas. Jedes Jahr feiern die Isländer im April den ersten Sommertag, obwohl das Wetter oft noch winterlich ist. Doch hinter diesem Feiertag steckt eine jahrhundertealte Tradition, die tief in der Geschichte und Kultur Islands verwurzelt ist.
Was ist Sumardagurinn fyrsti?
Sumardagurinn fyrsti bedeutet übersetzt „der erste Tag des Sommers“ und ist ein gesetzlicher Feiertag in Island. Er wird immer am ersten Donnerstag nach dem 18. April gefeiert und fällt damit meist zwischen den 19. und 25. April.
Seinen Ursprung hat der Feiertag im altisländischen Kalender, der nur zwei Jahreszeiten kannte: Winter und Sommer. Frühling und Herbst existierten nicht. Mit dem ersten Tag des Sommermonats Harpa begann offiziell die helle Jahreshälfte – ein Ereignis, das schon zur Wikingerzeit gefeiert wurde.
Warum beginnt der Sommer in Island so früh?
Für viele Reisende wirkt es überraschend, den Sommer mitten im April zu begrüßen. Doch in Island steht Sumardagurinn fyrsti weniger für Temperaturen als für Licht, Hoffnung und Neubeginn. Nach einem langen, dunklen Winter ist allein die Rückkehr der hellen Tage ein Grund zur Freude.
Ein alter isländischer Volksglaube besagt sogar:
Wenn es in der Nacht zum ersten Sommertag noch friert, wird der Sommer besonders gut.
Man spricht davon, dass Winter und Sommer „zusammenfrieren“ – ein positives Zeichen für die kommenden Monate.
Traditionen und Bräuche am Sumardagurinn fyrsti
Der erste Sommertag wird in ganz Island gefeiert – ruhig, familiär und gemeinschaftlich:
Viele Geschäfte und Büros bleiben geschlossen, da es sich um einen offiziellen Feiertag handelt.
In Städten und Gemeinden finden Paraden, Musikveranstaltungen und lokale Feste statt.
Kinder erhalten oft kleine Geschenke, meist etwas für Aktivitäten im Freien.
Traditionell wünscht man sich gegenseitig:
„Gleðilegt sumar og takk fyrir veturinn!“ (Einen schönen Sommer – und danke für den Winter!)
Früher wurde das Alter der Menschen danach bemessen, wie viele Winter sie überlebt hatten. Jeder überstandene Winter war ein Erfolg – und der Sommer ein Versprechen auf ein leichteres Leben.
Wie wird Sumardagurinn fyrsti heute gefeiert?
Heute ist der Feiertag vor allem ein Familienfest. Viele Isländer verbringen den Tag gemeinsam, gehen spazieren, besuchen Veranstaltungen oder eröffnen symbolisch die Grillsaison. Auch Eisdielen, Cafés und Bäckereien verzeichnen an diesem Tag oft besonders viele Besucher.
Für Reisende bietet sich eine wunderbare Gelegenheit, Island von seiner authentischen, kulturellen Seite kennenzulernen – fernab von spektakulären Sehenswürdigkeiten, aber nah am Alltag der Menschen.
Sumardagurinn fyrsti und Reisen nach Island
Wer Island im April oder Mai besucht, erlebt den Übergang vom Winter zum Sommer. Die Tage werden spürbar länger, die Natur erwacht langsam, und mit etwas Glück lassen sich bereits Zugvögel wie Papageientaucher beobachten. Sumardagurinn fyrsti markiert dabei symbolisch den Beginn dieser besonderen Jahreszeit.
Fazit: Mehr als nur ein Feiertag
Sumardagurinn fyrsti ist kein meteorologischer Sommeranfang, sondern ein kulturelles Statement. Er steht für Optimismus, Zusammenhalt und die Dankbarkeit dafür, einen weiteren Winter überstanden zu haben. Genau das macht diesen Feiertag so einzigartig – und so typisch für Island.
Gleðilegt sumar!
Ein Tag ohne Frauen – als Island plötzlich stillstand
Der Kvennafrídagurinn, international bekannt als „Ein Tag ohne Frauen“, gehört zu den prägendsten Momenten der isländischen Geschichte. Er zeigt eindrucksvoll, welche Rolle Frauen für das Funktionieren der Gesellschaft spielen – und warum Gleichberechtigung in Island nicht vom Himmel gefallen ist.
Arbeit als Teil der Identität – auch für Frauen
Arbeit hat in Island traditionell einen hohen Stellenwert. Viele Menschen definieren sich stark über ihre berufliche Tätigkeit – und das gilt seit Jahrzehnten ebenso für Frauen. Bereits ab den 1960er‑Jahren waren die meisten Isländerinnen berufstätig, unabhängig davon, ob sie verheiratet waren oder Kinder hatten. Gleichzeitig trugen sie meist zusätzlich die Hauptverantwortung für Haushalt und Familie.
Bis heute sind über 80 % der Frauen in Island erwerbstätig. Dennoch blieben ihre Leistungen lange Zeit unterbewertet – insbesondere in Form von schlechterer Bezahlung und fehlender Anerkennung unbezahlter Arbeit im Alltag.
1975: Frauen legen ihre Arbeit nieder
Um genau darauf aufmerksam zu machen, organisierten isländische Frauenorganisationen im Jahr 1975 einen besonderen Protest: Frauen sollten an einem Tag weder ihrer bezahlten Arbeit nachgehen noch unbezahlte Arbeit zu Hause leisten.
Das Ausmaß war enorm: Rund90 % aller Frauen in Island beteiligten sich.
In Reykjavík versammelten sich etwa 20.000 Frauen im Stadtzentrum – damals die größte Demonstration, die das Land je erlebt hatte. Auch in vielen anderen Städten und Orten fanden Kundgebungen statt. Internationale Medien berichteten über diesen ungewöhnlichen und kraftvollen Protest.
Ein Tag, der den Alltag lahmlegte
Da fast alle Frauen teilnahmen – Ehefrauen, Mütter und Töchter – blieb den Männern wenig Spielraum. Sie mussten sich an diesem Tag um Kinder, Haushalt und Essen kümmern. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Anekdoten über improvisierte Mahlzeiten und chaotische Haushalte.
Der Effekt war eindeutig: Innerhalb eines Tages wurde sichtbar, wie unverzichtbar die Arbeit von Frauen ist – sowohl im Berufsleben als auch im privaten Alltag.
Nachhaltige Wirkung auf die Gesellschaft
Der Kvennafrídagurinn von 1975 war kein symbolischer Akt ohne Folgen. Er markierte einen Wendepunkt in der Gleichstellungspolitik Islands. In den folgenden Jahren wurden wichtige Schritte unternommen, und 1980 wurde mit Vigdís Finnbogadóttir die erste demokratisch gewählte Präsidentin der Welt gewählt.
Der Frauenstreik wurde seither mehrfach wiederholt – zuletzt 2025, genau 50 Jahre nach dem ersten Kvennafrídagurinn. Dieses Mal wurde bewusst auch der Begriff Kvennaverkfall (Frauenstreik) verwendet, um zu betonen, dass Gleichberechtigung noch immer nicht vollständig erreicht ist. Der geschlechtsspezifische Lohnunterschied besteht weiterhin, auch wenn er kleiner geworden ist.
Veränderungen, von denen alle profitieren
Vieles hat sich seit 1975 verbessert. Väter übernehmen in Island heute einen großen Teil der Elternzeit – die Hälfte des gesetzlichen Elternurlaubs ist ihnen fest zugeteilt. Sie sind selbstverständlich in die Kinderbetreuung und den Familienalltag eingebunden. Davon profitieren Mütter, Kinder und nicht zuletzt die Väter selbst.
Der „Tag ohne Frauen“ ist daher mehr als ein historisches Ereignis. Er ist Teil der isländischen Identität – und erinnert daran, dass gesellschaftlicher Fortschritt sichtbar gemacht, eingefordert und immer wieder verteidigt werden muss.
Filmtipp: „Ein Tag ohne Frauen“ in der ARTE‑Mediathek
Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, dem sei die eindrucksvolle Dokumentation „Ein Tag ohne Frauen“ empfohlen. Der Film erzählt die Ereignisse des Frauenstreiks von 1975 aus der Perspektive der beteiligten Frauen – persönlich, bewegend und stellenweise mit feinem Humor.
Die Dokumentation war und ist in der ARTE‑Mediathek sowie auf arte.tv verfügbar und wurde anlässlich des 50‑jährigen Jubiläums erneut gezeigt.